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Blog 01. Juli 2026

PPWR Recyclingfähigkeit bewerten: So funktioniert unsere Excel-Vorlage mit Materialkatalog

Die PPWR Recyclingfähigkeit zu bewerten ist eine der zentralen Pflichten für Erzeuger unter der Regulation (EU) 2025/40 — und gleichzeitig einer der größten praktischen Knackpunkte im Alltag. Woher bekommen Sie verlässliche Daten zu Sammelbarkeit, Sortierbarkeit und Recyclingfähigkeit Ihrer Verpackungen? Genau hier setzt unsere Excel-Vorlage an: Sie strukturiert den Bewertungsprozess, berechnet Materialanteile automatisch und ordnet jede Verpackung einer Recyclingklasse zu. Dieser Beitrag zeigt, wie das Werkzeug aufgebaut ist — und warum es ein sinnvoller Einstieg in die PPWR-Compliance ist.


Sie finden diese Tabelle im Leitfaden https://ppwr-qrcode.de/leitfaden unter Abschnitt 2 Schritt 6.PPWR- QRCode.de Eine Lösung für jede Verpackung
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Recyclingfähigkeit nachweisen

Woher bekommen Sie verlässliche Daten zu Sammelbarkeit, Sortierbarkeit und Recyclingfähigkeit?

Woher bekommen Sie die Auskunft, ob beispielsweise eine Papierverpackung oder Faltschachtel, die um eine Handcreme ist, dann sammelbar, sortierbar und / oder recyclingfähig ist? Können Sie diese Angabe vom Hersteller abfragen? Und wie ist es insbesondere bei Produkten, die aus dem Nicht-EU-Ausland eingeführt werden? Hier wird es ja teilweise recht schwierig sein, genaue Angaben zu erhalten, die dann für die Dokumentation passend aufbereitet werden können.

Genau hier liegt einer der größten praktischen Knackpunkte der PPWR. Die Verordnung schreibt zwar vor, dass die Verpackung recyclingfähig sein muss, aber der normale Verwender einer Verpackung kann diese Eigenschaft in der Regel gar nicht selbst bewerten.

Die gute Nachricht

Die PPWR geht grundsätzlich davon aus, dass die erforderlichen Nachweise entlang der Lieferkette weitergegeben werden.
Fall 1 — Verpackung von einem europäischen Lieferant/Vertreiber

Nehmen wir an, Sie kaufen eine Faltschachtel von einem deutschen Kartonagenproduzent. Dann würden wir künftig mindestens folgende Unterlagen anfordern:
Technische Spezifikation

    Material
    Flächengewicht
    Beschichtungen
    Kaschierungen
    Bild oder Zeichnung

Design-for-Recycling-Bewertung

    Recyclingklasse
    Sammelbarkeit
    Sortierbarkeit
    Recyclingfähigkeit

Materialzusammensetzung

    Karton
    Lacke
    Fensterfolien
    Prägungen

Wer bewertet Sammelbarkeit, Sortierbarkeit und Recyclingfähigkeit?

In Zukunft voraussichtlich: der Verpackungshersteller — oder spezialisierte Prüforganisationen, beispielsweise:

    Interzero
    cyclos-HTP
    Institut cyclos
    RecycleMe
    Papiertechnische Stiftung (PTS)
    vergleichbare akkreditierte Stellen

Diese erstellen heute schon Recyclingfähigkeitsgutachten.

Beispiel

Sie kaufen eine Kosmetikschachtel. Der Hersteller liefert: Recyclingfähigkeit nach Bewertungsmethode XY: 94 %, Kategorie Papier / Karton, Recyclingklasse A. Dann würden Sie diese Angabe in Ihre technische Dokumentation übernehmen.
Fall 2 — Import aus China, Indien, Türkei oder USA

Hier wird es deutlich schwieriger. Nehmen wir an: Ein Kosmetikunternehmen importiert Handcremes aus China. Lieferumfang:

    Creme
    Kunststoffdose
    bedruckte Faltschachtel

Problem

Der chinesische Hersteller kennt möglicherweise die PPWR nicht, kennt europäische Recyclingklassen nicht und kennt Design-for-Recycling nicht.
Dann wird der Importeur verantwortlich

Und das ist ein entscheidender Punkt der PPWR. Der Importeur darf sich nicht darauf berufen: „Mein Lieferant wusste das nicht." Der Importeur muss sicherstellen, dass die Verpackung konform ist.
Praktische Lösung
Variante 1

Unterlagen vom Lieferanten anfordern:

    Materialdaten
    Zeichnungen
    Beschichtungen
    Druckverfahren

Variante 2

Falls keine Nachweise vorliegen: eigene Bewertung beauftragen. Beispielsweise:

    Interzero
    cyclos-HTP
    RecycleMe
    PTS

Was wird ein Verpackungs-Händler tun?

Wir rechnen damit, dass sich ein ähnliches System entwickelt wie heute bei FSC, REACH, RoHS und Lebensmittelkonformität. Der Verpackungslieferant/vertreiber liefert künftig ein PPWR-Datenblatt, und der Kunde übernimmt diese Daten in seine Akte.
Empfehlung für Ihre Kunden

Bei europäischen Lieferanten bereits heute anfragen:

    Materialzusammensetzung
    Beschichtungen
    Kaschierungen
    Veredelungen
    Recyclingfähigkeitsnachweise
    geplante PPWR-Unterlagen

Für Importeure besonders wichtig

Wenn Produkte aus China, Indien, Türkei oder USA importiert werden, würden wir zusätzlich eine Spalte in der Verpackungsinventur vorsehen:
Feld
PPWR-Nachweis vorhanden
Herstellererklärung vorhanden
Importware
Eigene Bewertung erforderlich
Unsere Einschätzung für die Praxis ab 2026 / 2027

Für Standardverpackungen wie:

    Wellpappkartons
    Faltkartons
    Papierbeutel
    Standardfolien

werden die europäischen Hersteller sehr wahrscheinlich fertige PPWR-Datenblätter liefern.

Die größten Probleme werden bei folgenden Verpackungen auftreten:

    Importware aus Asien
    individuell gestaltete Kosmetikverpackungen
    Verbundverpackungen
    Luxusverpackungen mit Veredelungen
    Verpackungen mit unbekannten Beschichtungen

Dort wird der Importeur oder Markeninhaber häufig zusätzliche Nachweise beschaffen oder sogar eigene Recyclingfähigkeitsbewertungen beauftragen müssen. Genau deshalb wird die Rolle des Importeurs unter der PPWR deutlich stärker in die Verantwortung genommen als bisher.
Liefern die Systembetreiber diese Informationen?

Kann die Information über die Recyclingfähigkeit auch von den Systemfirmen erfragt oder dort online nachgesehen werden, bei denen Sie sich zur Systembeteiligung registriert haben?

Kurze Antwort

Nein, die dualen Systeme stellen diese Informationen heute in der Regel nicht automatisch für jede Verpackung bereit.

Aber: Einige Systembetreiber bieten mittlerweile kostenpflichtige Zusatzdienstleistungen zur Bewertung der Recyclingfähigkeit und PPWR-Konformität an.
Was macht das duale System eigentlich?

Die eigentliche Aufgabe eines dualen Systems ist:

    Lizenzierung der Verpackungen
    Sammlung
    Sortierung
    Verwertung
    Erfüllung der EPR-Pflichten

Beispiele:

    Lizenzero / Interzero
    Reclay
    Landbell
    Grüner Punkt
    Zentek

Wenn Sie heute bei einem System 5 Tonnen Karton lizenzieren, erhalten Sie normalerweise keine automatische Aussage, ob Ihre Verpackung PPWR-konform oder recyclingfähig ist.
Woher kommt die Information zur Recyclingfähigkeit?

Es gibt aktuell drei mögliche Quellen.
1. Verpackungslieferant/vertreiber (künftig der Regelfall)

Das wird unserer Einschätzung nach der wichtigste Weg werden. Beispiel: Sie kaufen einen Wellpappkarton. Dieser liefert:

    Materialdatenblatt
    PPWR-Erklärung
    Recyclingfähigkeitsbewertung
    Angaben zur Sortierbarkeit

Diese Unterlagen landen in Ihrer technischen Akte. Für Standard-Wellpappe halten wir das künftig für den Normalfall.
2. Spezialisierte Prüforganisationen

Organisationen wie Interzero „Made for Recycling" oder das Institut cyclos-HTP (CHI) führen bereits heute Recyclingfähigkeitsbewertungen durch und stellen Gutachten sowie Zertifikate aus. Dabei werden genau die Punkte bewertet, die Sie angesprochen haben:

    Sammelbarkeit
    Sortierbarkeit
    Recyclingfähigkeit
    PPWR-Einstufung
    Optimierungspotenziale

Interzero bietet inzwischen sogar explizit ein „PPWR Grading" an.
3. Das duale System als Zusatzdienstleister

Hier verschwimmen die Grenzen. Beispielsweise bietet Interzero als Systembetreiber inzwischen auch Beratungsleistungen und Recyclingfähigkeitsbewertungen an. Wenn Sie Kunde bei Interzero sind, können Sie dort nicht nur lizenzieren, sondern auch eine Verpackungsanalyse beauftragen. Aber: Diese Analyse ist nicht automatisch Bestandteil des Systembeteiligungsvertrags.
Wie würden wir bei Ihren Kunden vorgehen?
Fall A — Standard-Versandkarton

    Wellpappe
    Papierklebeband
    Papierpolster

Hier würden wir zunächst den Lieferanten fragen: „Liegen PPWR-Unterlagen oder Recyclingfähigkeitsnachweise vor?" In vielen Fällen wird das künftig ausreichen.
Fall B — Kosmetikschachtel mit Veredelung

    UV-Lack
    Goldprägung
    Vollflächendruck

Hier würden wir nicht auf eine pauschale Aussage des dualen Systems vertrauen. Dann sollte entweder der Verpackungshersteller einen Nachweis liefern oder eine externe Bewertung (Interzero, cyclos-HTP etc.) erfolgen.
Fall C — Import aus China

Das ist vermutlich der kritischste Fall. Wenn der chinesische Lieferant keine verwertbaren PPWR-Unterlagen liefern kann, bleibt praktisch nur:

    Materialdaten beschaffen
    Verpackung dokumentieren
    Recyclingfähigkeitsbewertung beauftragen

Genau dafür bieten Interzero und cyclos-HTP bereits heute entsprechende Dienstleistungen an.
Unsere Einschätzung für die nächsten 2–3 Jahre

Wir glauben nicht, dass jeder Importeur oder Maschinenbauer für jede Verpackung eigene Gutachten in Auftrag geben wird. Viel wahrscheinlicher ist:
Standardverpackungen

    Wellpappe
    Faltkartons
    Papierbeutel
    Standardfolien

➡ Nachweise kommen vom Hersteller.
Individuelle oder komplexe Verpackungen

    Kosmetik
    Pharma
    Verbundverpackungen
    Luxusverpackungen
    Importware

➡ Bewertung durch spezialisierte Stellen.

Einfache Regel für die Kundenberatung

Erste Anlaufstelle ist immer der Verpackungshersteller. Kann dieser keine belastbaren PPWR- und Recyclingfähigkeitsdaten liefern, sollte eine externe Bewertung durch eine anerkannte Prüfstelle (z. B. Interzero oder cyclos-HTP) geprüft werden.

Esc oder „OK" schließt dieses Fenster und bringt Sie zurück zum Leitfaden.

PPWR-Leitfaden für Erzeuger
Praxisorientierte To-do-Liste — Schritt für Schritt zur PPWR-Konformität

Für Kunden, die unter der PPWR als Erzeuger auftreten und bisher wenig Erfahrung mit der Verpackungsverordnung haben. Dieser Leitfaden zeigt in sinnvoller Reihenfolge, was zuerst, was danach und was laufend zu erledigen ist.
Stand v2.46 · 30.06.2026

Inhaltsverzeichnis
1. Worum es geht
2. To-do-Liste
↳ Schritt 1 — Rolle
↳ Schritt 2 — Registrierung & EPR
↳ Schritt 3 — Inventur
↳ Schritt 4 — Lieferanten
↳ Schritt 5 — Bewertung
↳ Schritt 6 — Dokumentation
↳ Schritt 7 — Konformitätserklärung
↳ Schritt 8 — Kennzeichnung
↳ Schritt 9 — Änderungsmanagement
3. Adressen & Stellen
4. Verpackungskategorien
5. Welche Unterlagen je Verpackung
6. Zeitplanung
7. Inventarliste herunterladen
1. Worum es in diesem Leitfaden geht

Dieser Leitfaden ist für Kunden gedacht, die unter der PPWR als Erzeuger auftreten und bisher wenig Erfahrung mit der Verpackungsverordnung haben. Er zeigt in sinnvoller Reihenfolge, was zuerst, was danach und was laufend zu erledigen ist.

Wichtig

Die PPWR gilt als europäische Regelung zusätzlich zu nationalen Pflichten. In Deutschland bleibt insbesondere die Registrierung im Verpackungsregister LUCID bestehen, wenn Verpackungen nach dem Verpackungsgesetz betroffen sind. Die PPWR ist als Regulation (EU) 2025/40 veröffentlicht und ab dem 12.08.2026 anwendbar.
2. To-do-Liste für den Erzeuger — in der richtigen Reihenfolge

Klicken Sie auf den runden Haken, um einen Schritt als erledigt zu markieren — wird automatisch gespeichert. Ein Klick auf die Kachel springt zum Detail.
0 von 9 Schritten erledigt

    1 Rolle und Verantwortlichkeit klären
    2 Nationale Registrierung und EPR-Pflichten prüfen
    3 Verpackungsinventur anlegen
    4 Lieferantenunterlagen beschaffen
    5 Jede Verpackung technisch bewerten
    6 Technische Dokumentation je Verpackung anlegen
    7 EU-Konformitätserklärung vorbereiten
    8 Kennzeichnung und digitale Informationen vorbereiten
    9 Laufendes Änderungsmanagement einführen

Ihre eigenen Notizen & Bemerkungen
automatisch gespeichert

Halten Sie hier Ihre persönliche To-do-Liste, Telefonnotizen, Lieferantenkontakte oder offene Punkte fest. Sichtbar nur für Sie. Wird beim Tippen automatisch gespeichert.

4 / 20.000 Zeichen
Schritt 1
Rolle und Verantwortlichkeit klären

    Prüfen, ob Sie unter der PPWR als Erzeuger und / oder Hersteller auftreten.
    Festlegen, für welche Verpackungen oder verpackten Produkte Sie verantwortlich sind.
    Prüfen, in welchen Ländern Sie Verpackungen erstmals bereitstellen und wo EPR-Pflichten entstehen.
    Die Verantwortung intern schriftlich einer Person oder Abteilung zuordnen.

Die Europäische Kommission hat 2026 eine Auslegungshilfe veröffentlicht, die unter anderem die Abgrenzung zwischen Erzeuger, Hersteller und weiteren Marktrollen erläutert.
Auslegungshilfe öffnen (v1.00)
Zum PPWR-Rollencheck
Schritt 2
Nationale Registrierung und EPR-Pflichten prüfen

    Registrierung im LUCID-Verpackungsregister.
    Falls systembeteiligungspflichtige Verpackungen betroffen sind: Vertrag mit einem zugelassenen dualen System abschließen.
    Mengenmeldungen an LUCID und an das duale System deckungsgleich durchführen.
    Gegebenenfalls für andere EU-Länder frühzeitig prüfen, ob dort zusätzliche EPR-Registrierungen erforderlich sind; die konkreten harmonisierten EU-Registerformate werden noch weiter durch Durchführungs- und delegierte Rechtsakte konkretisiert.

Schritt 3
Verpackungsinventur anlegen

    Jede einzelne Verpackung oder Verpackungsvariante in einer Liste erfassen.
    Bereits jetzt eine feste interne Verpackungs-ID vergeben, damit alle Unterlagen später eindeutig zugeordnet werden können.
    Empfohlene Spalten der Verpackungsliste: Artikelnummer, Bezeichnung, Verpackungsart, Hauptmaterial, Nebenmaterialien, Gewicht, Lieferant, Einsatzbereich, Land des Inverkehrbringens, PPWR-Unterlagen vorhanden ja / nein.

Vorlage

Die fertige Excel-Vorlage zum direkten Befüllen — 60 vorbereitete Spalten, Dropdown-Felder, Status-Ampel und 73 Verpackungstypen. Den ausführlichen Aufbau finden Sie im Leitfaden zur Inventarliste.
Inventarliste herunterladen (v1.08)

Alternative: Verpackungs-Datenbank

Statt der Excel-Tabelle können Sie Ihre Verpackungen auch direkt in unserer Verpackungs-Datenbank anlegen und pflegen — und daraus jederzeit die oben genannte Excel-Tabelle exportieren.
Zur Verpackungs-Datenbank
Schritt 4
Lieferantenunterlagen beschaffen

    Für jede Verpackung Materialangabe und Gewichte anfordern.
    Angaben zu Schwermetallen und — falls relevant — PFAS anfordern.
    Technische Spezifikationen und möglichst Aussagen zur Recyclingfähigkeit einholen.
    Wichtig für 2028: Rezyklatanteile und vorhandene Konformitäts- oder Prüfunterlagen mit anfordern.

Vorlage

Schicken Sie das vorbereitete Lieferantenformular an Ihre Hersteller — es deckt alle wichtigen Pflicht-Angaben in einem einzigen Excel-Sheet ab.
Lieferantenformular herunterladen (v1.01)
Schritt 5
Jede Verpackung technisch bewerten

    Verpackung auf Verpackungsminimierung prüfen — also nicht größer, schwerer oder materialintensiver als notwendig.
    Stoffbeschränkungen prüfen, insbesondere Schwermetalle.
    Bei Lebensmittelkontaktverpackungen PFAS-Grenzwerte und Stoffeinsatz gesondert prüfen.
    Prüfen, wie gut die Verpackung gesammelt, sortiert und recycelt werden kann.
    Bereits jetzt problematische Materialkombinationen reduzieren.

Die PPWR verlangt unter anderem recyclinggerechtes Design, Minimierung, Stoffkonformität sowie technische Nachweise. Die genaue Methodik wird in Teilen noch durch ergänzende EU-Rechtsakte konkretisiert.

Vorlage

Bewertungsvorlage Recyclingfähigkeit + Materialkatalog

Excel-Arbeitsmappe zur Bewertung der Recyclingfähigkeit Ihrer Verpackung — mit hinterlegtem Materialkatalog. Tragen Sie Material und Gewicht je Bestandteil ein, die Mappe berechnet Anteile, Ampelbewertung und Recyclingklasse automatisch.
Vorlage herunterladen (v1.01)
Schritt 6
Technische Dokumentation je Verpackung anlegen

    Für jede Verpackung eine eigene Akte oder einen digitalen Ordner anlegen.
    Darin Zeichnung oder Foto, Materialliste, Gewichte, Lieferantennachweise, Prüfberichte und Bewertungsunterlagen ablegen.
    Änderungen an Material, Gewicht, Lieferant oder Kennzeichnung nachvollziehbar dokumentieren.
    Möglichst einheitliche Dateinamen und eine feste Dokumentenstruktur verwenden.

Vorlage

Beispiel einer technischen Dokumentation für eine Standard-Versandverpackung (Karton FEFCO 0201). Übernehmen Sie die Struktur als Blaupause für jede eigene Verpackung — Zeichnung, Materialliste, Gewichte und Lieferantennachweise bekommen jeweils ihren festen Platz.
Muster Technische Dokumentation herunterladen (v1.05)

Vorlage

Die technische Dokumentation beweist, dass Ihre Verpackung die gesetzlichen Anforderungen einhält. Die Risikobewertung ist das Werkzeug, mit dem Sie überhaupt erst ermitteln, welche Gefahren oder Verstöße bei Ihrer spezifischen Verpackung auftreten könnten — und wie Sie diese verhindern.
Muster Risikobewertung herunterladen (v1.00)
Schritt 7
EU-Konformitätserklärung vorbereiten

    Für jede betroffene Verpackung eine EU-Konformitätserklärung auf Basis der technischen Unterlagen erstellen.
    Verpackungsidentifikation, Herstellerdaten, Materialbeschreibung, Rechtsbezug und Datum aufnehmen.
    Eventuell durch QS eine interne Freigabe durch Qualität, Einkauf oder Regulatory vorsehen.

Die Verordnung sieht die EU-Konformitätserklärung als zentrales Nachweisdokument vor. Die Anwendung der PPWR beginnt am 12.08.2026; einzelne Detailanforderungen hängen zusätzlich von weiteren Rechtsakten ab.

Vorlage

Muster der EU-Konformitätserklärung als Word-Dokument zum Befüllen. Übernehmen Sie die Verpackungs-ID, Herstellerdaten und Materialangaben aus Ihrer Inventarliste und passen Sie den Rechtsbezug an.
Muster-Konformitätserklärung herunterladen (v1.01)
Schritt 8
Kennzeichnung und digitale Informationen vorbereiten

    Prüfen, welche Kennzeichnungspflichten für die jeweilige Verpackung gelten.
    Platz für spätere harmonisierte Sortier- oder Digitalinformationen vorsehen.

Schritt 9
Laufendes Änderungsmanagement einführen

    Bei Änderungen von Material, Lieferant, Beschichtung, Etikett, Klebstoff oder Gewicht die Unterlagen aktualisieren.
    Prüfen, ob die Konformitätsbewertung und die Erklärung angepasst werden müssen.
    Vor jeder Neueinführung eine kurze PPWR-Freigabeprüfung durchführen.

Abschnitt 3
Die wichtigsten Adressen und Stellen für Registrierungen und Informationen

    Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) — allgemeine Informationen zum Verpackungsgesetz in Deutschland.
    verpackungsregister.org
    LUCID Verpackungsregister — Registrierung vor dem Inverkehrbringen, soweit nach deutschem Recht erforderlich.
    lucid.verpackungsregister.org
    Übersicht Systembetreiber / duale Systeme — Auswahl eines zugelassenen Systems für die Systembeteiligung.
    EUR-Lex — Regulation (EU) 2025/40 — offizieller Gesetzestext der PPWR.
    verpackungsgesetz.com/gesetzestexte/ppwr
    Europäische Kommission — PPWR Guidance 2026 — aktuelle Auslegungshilfe und Hinweise zur Umsetzung.
    PDF herunterladen (v1.00)

Abschnitt 4
Verpackungskategorien — vereinfacht für die Praxis

Für die spätere Recyclingbewertung ist wichtig, in welche Material- bzw. Verpackungskategorie eine Verpackung fällt. Die endgültigen Bewertungsparameter der PPWR werden noch weiter konkretisiert. Für die Praxis empfiehlt sich folgende Arbeitsstruktur:

Praxisregel

Je einfacher und materialreiner die Verpackung ist, desto leichter wird die spätere Bewertung. Kritisch sind meist feste Verbunde, schwer trennbare Komponenten, problematische Beschichtungen und nicht recyclinggerechte Zusatzmaterialien.

Hier gilt: Je einfacher die Verpackung, desto günstiger die Entsorgungskosten in der Systembeteiligung!
Abschnitt 5
Welche Unterlagen der Erzeuger je Verpackung haben sollte

    Artikel- oder Verpackungs-ID
    Foto oder Zeichnung
    Materialaufstellung mit Gewichten
    Lieferantendaten und technische Spezifikationen
    Erklärungen zu Schwermetallen und gegebenenfalls PFAS
    Angaben zur Recyclingfähigkeit bzw. Design-for-Recycling
    Nachweis zur Verpackungsminimierung
    Interne Bewertung und Freigabe
    EU-Konformitätserklärung

Abschnitt 6
Empfohlene Zeitplanung

    Sofort: Rolle klären, Verpackungsliste anlegen, LUCID-/EPR-Pflichten prüfen.
    Kurzfristig: Lieferantenunterlagen einholen und kritische Verpackungen identifizieren.
    Lieferantenformular v1.01
    Vor dem 12.08.2026: technische Dokumentation und interne Bewertungsstruktur aufbauen.
    Ab Anwendung der PPWR: Konformitätserklärungen, Kennzeichnung und laufende Pflege sicherstellen.
    Laufend: Änderungen nachpflegen, neue Verpackungen vor Einführung prüfen.

Hinweis

Einige Detailanforderungen — insbesondere zu harmonisierten Registrierungs- und Meldeformaten, Kennzeichnung und detaillierten Recyclingkriterien — werden auf EU-Ebene noch weiter konkretisiert. Deshalb sollten Sie diesen Leitfaden regelmäßig überprüfen und aktualisieren.
Abschnitt 7
Inventarliste herunterladen

Hier finden Sie die vorbereitete Excel-Inventarliste, mit der Sie alle relevanten PPWR-Daten Ihrer Verpackungen erfassen können. Bevor Sie die Liste befüllen, lesen Sie bitte einmal die Spaltenbeschreibung — sie spart Ihnen später viel Korrekturarbeit.

Excel-Vorlage · v1.08
Inventarliste-PPWR

Vorbereitete Excel-Vorlage mit 60+ Spalten, Dropdown-Feldern und Status-Ampel — der zentrale Arbeitsbogen fuer die Verpackungsinventur.
Download starten

Hinweis zur Vorlage

Die Inventarliste ist als Arbeitsvorlage gedacht und wird redaktionell weiter gepflegt. Ihre aktuelle Version (v1.08) wird im Dateinamen mitgeführt — so bleibt nachvollziehbar, auf welcher Fassung Sie aufgesetzt haben. Bei späteren Updates können Sie gezielt nur die geänderten Spalten übernehmen.
Keine Rechtsberatung

Dieser Leitfaden ist eine praxisnahe Orientierungshilfe — keine Rechtsberatung im Einzelfall. Für eine verbindliche Auskunft wenden Sie sich bitte an die für Sie zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK).

Ihre zuständige IHK

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Mehrere Treffer für PLZ 76275 — bitte die passende auswählen.
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    Lammstraße 13-17, 76133 Karlsruhe
    0721 174-0
    info@karlsruhe.ihk.de

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Leitfaden zum Arbeitsblatt „Bewertung"

Welche Felder Sie ausfüllen und was automatisch berechnet wird

Dieser Leitfaden erklärt, welche Felder im Formular ausgefüllt werden können, warum diese Angaben benötigt werden und welche Felder automatisch berechnet oder aus dem Materialkatalog übernommen werden.
Grundprinzip

Sie beschreiben eine Verpackung mit ihren einzelnen Bestandteilen, z. B. Karton, Klebeband, Füllmaterial oder Etikett. Zu jedem Bestandteil tragen Sie das Material und das Gewicht ein. Die Arbeitsmappe übernimmt daraus automatisch Materialgruppe, Recyclingstrom, Recyclinghinweise, Materialanteile, Ampelbewertung, Wertstoffinhalt und Recyclingklasse.
1. Kundendaten / Absender

B4:D4 – Firma

Hier wird der Firmenname eingetragen. Diese Angabe dient der Zuordnung der Bewertung zu einem Kunden oder internen Auftraggeber.

F4:J4 – Ansprechpartner

Hier wird die verantwortliche Person eingetragen. Das ist wichtig, falls Rückfragen zur Verpackung oder zu fehlenden Angaben bestehen.

B5:D5 – Straße / Nr.

Hier wird die Anschrift des Unternehmens eingetragen.

F5:J5 – PLZ / Ort

Hier werden Postleitzahl und Ort eingetragen.

B6:D6 – E-Mail

Hier wird die E-Mail-Adresse für Rückfragen oder Versand der Bewertung eingetragen.

F6:J6 – Telefon

Hier kann eine Telefonnummer für Rückfragen eingetragen werden.

B7:D7 – Kundennummer beim Lieferanten

Optionales Feld zur eindeutigen Zuordnung im eigenen System oder beim Lieferanten.

F7:J7 – Bestellnummer / Projekt

Optionales Feld für Projekt-, Angebots- oder Bestellbezug.
2. Stammdaten zur Verpackung

B10:D10 – Identifikationsnummer

Hier kann eine interne Verpackungs-ID oder Prüfnummer eingetragen werden. Sie hilft, die Bewertung später eindeutig wiederzufinden.

F10:J10 – Artikelnummer

Hier kann die Artikelnummer der Verpackung oder des Produkts eingetragen werden.

B11:D11 – Name der Verpackung

Hier wird eine verständliche Bezeichnung eingetragen, z. B. Versandkarton Größe M oder Produktverpackung Set A.

F11:J11 – Version / Revisionsstand

Hier kann angegeben werden, welche Version der Verpackung bewertet wird. Das ist hilfreich, wenn Verpackungen später verändert werden.

B12:D12 – Größe / Abmessungen

Hier werden Maße oder Format eingetragen, z. B. 400 x 300 x 200 mm. Diese Angabe dient der Beschreibung, beeinflusst aber nicht automatisch die Prozentberechnung.

F12:J12 – Menge / Bestellbezug

Optionales Feld für Bestellmenge, Losgröße oder Bezug zu einem Auftrag.

B13:D13 – Verwendungszweck / Produktbezug

Hier wird beschrieben, wofür die Verpackung eingesetzt wird, z. B. Versandverpackung für Ersatzteile.

F13:J13 – Weitere Angaben

Freitextfeld für zusätzliche Hinweise, z. B. besondere Anforderungen, Feuchtigkeitsschutz oder Kundenvorgaben.
3. Materialzusammensetzung – Eingabebereich

A17:A23 – Artikelbeschreibung

Hier wird beschrieben, welcher Verpackungsbestandteil gemeint ist. Beispiele: Umkarton, Klebeband, Füllmaterial, Dokumententasche, Etikett. Diese Beschreibung erscheint später auch im Auswertungsblock.

B17:B23 – Material

Hier wird das konkrete Material über die Auswahlliste ausgewählt. Diese Auswahl ist besonders wichtig, weil daraus automatisch die Materialgruppe, der Recyclingstrom, die Begründung und die Ampelbewertung ermittelt werden.

C17:C23 – Materialgruppe (automatisch)

Dieses Feld wird nicht manuell befüllt. Es zeigt automatisch die passende Kategorie aus dem Materialkatalog, z. B. Papier, Pappe, Karton und Faserstoffe.

D17:D23 – Gewicht (g)

Hier wird das Gewicht des jeweiligen Bestandteils in Gramm eingetragen. Diese Angabe ist entscheidend, weil daraus das Gesamtgewicht und der prozentuale Anteil an der Verpackung berechnet werden.

E17:E23 – Trennbarkeit

Hier wird ausgewählt, ob der Bestandteil von der Verpackung getrennt werden kann. Auswahlmöglichkeiten sind Ja, Nein, Werkzeug erforderlich, Nur Industriell oder Unbekannt. Diese Angabe hilft bei der fachlichen Einschätzung der Recyclingfähigkeit.

F17:F23 – Recyclingstrom (automatisch)

Dieses Feld wird automatisch aus dem Materialkatalog befüllt. Es zeigt, welchem Recyclingstrom das Material grundsätzlich zugeordnet wird, z. B. Papier/Pappe oder PVC/Sonderstrom.

G17:G23 – Monomaterial

Hier wird Ja oder Nein ausgewählt. Ja bedeutet, dass der Bestandteil im Wesentlichen aus einem Material besteht. Nein bedeutet, dass mehrere Materialarten kombiniert sind.

H17:H23 – Verbund

Hier wird Ja oder Nein ausgewählt. Ja bedeutet, dass mehrere Materialien fest verbunden sind, z. B. Papier mit Kunststoffbeschichtung. Verbunde sind oft schwieriger zu recyceln.

I17:I23 – Recyclingfähigkeit (automatisch)

Dieses Feld wird automatisch aus dem Materialkatalog übernommen. Es enthält eine kurze Begründung, warum das Material eher unkritisch, abhängig oder kritisch bewertet wird.

J17:J23 – Anteil (automatisch)

Dieses Feld zeigt automatisch, wie groß der Gewichtsanteil dieses Bestandteils an der gesamten Verpackung ist. Je höher der Anteil, desto stärker beeinflusst dieser Bestandteil die Gesamtbewertung.
4. Gesamtgewicht und Auswertung der Bestandteile

B25 – Gesamtgewicht Verpackung

Dieses Feld wird automatisch aus den Gewichten der einzelnen Bestandteile berechnet. Es zeigt das Gesamtgewicht der Verpackung in Gramm.

A28:A34 – Artikelbeschreibung

Automatische Übernahme aus dem Eingabebereich.

B28:B34 – Material

Automatische Übernahme der ausgewählten Materialien.

C28:C34 – Gewicht (g)

Automatische Übernahme der eingetragenen Gewichte.

D28:D34 – Anteil an Verpackung

Automatische Berechnung des prozentualen Anteils je Bestandteil. Dadurch sieht man, welche Materialien den größten Einfluss auf die Verpackung haben.

E28:E34 – Bewertung

Automatische Ampelbewertung aus dem Materialkatalog. Grün bedeutet eher unkritisch, Gelb abhängig, Orange kritisch, Rot stark kritisch und Schwarz meist nicht recyclinggerecht.
5. Gesamtbewertung / Wertstoffinhalt

B38 – Wertstoffinhalt grün bewerteter Materialien

Dieses Feld zeigt, welcher Anteil der Verpackung aus Materialien besteht, die im Materialkatalog grün bewertet sind. Nur grün bewertete Bestandteile werden hierfür berücksichtigt. Bestandteile mit gelber, orangefarbener, roter oder schwarzer Bewertung werden nicht zum Wertstoffinhalt gezählt, weil sie schwieriger oder unsicherer im Recycling sind.

B39 – Berechnungshinweis

Dieses Feld beschreibt in Worten, dass nur grün bewertete Materialanteile addiert werden.
6. Recyclingfähigkeitsklasse

A43:C46 – Klassentabelle

Hier wird gezeigt, welche Klasse zu welchem Prozentbereich gehört. A steht für sehr hohe Recyclingfähigkeit, D für eine niedrige Recyclingfähigkeit nach dieser Voreinstufung.

B48 – Aktuelle Klasse

Dieses Feld wird automatisch aus dem Wertstoffinhalt in B38 abgeleitet. Je höher der grün bewertete Wertstoffanteil, desto besser die Klasse.

B49 – Maßgebender Wert

Dieses Feld zeigt nochmals den Prozentwert aus B38, der für die Klassifizierung verwendet wird.
Klasse	Grün bewerteter Wertstoffanteil
A	mindestens 95 %
B	80 % bis unter 95 %
C	70 % bis unter 80 %
D	unter 70 %
7. Was sollten Sie typischerweise ausfüllen?

Mindestens auszufüllen sind:

    Name oder Beschreibung der Verpackung
    die einzelnen Verpackungsbestandteile
    das Material je Bestandteil
    das Gewicht je Bestandteil

Sinnvoll sind zusätzlich Trennbarkeit, Monomaterial und Verbund, weil diese Angaben für eine fachliche Bewertung wichtig sind.

Automatische Felder nicht überschreiben

Materialgruppe, Recyclingstrom, Recyclingfähigkeit, Anteil, Auswertungsblock, Wertstoffinhalt und Klasse werden automatisch berechnet und sollten nicht manuell überschrieben werden.
8. Hintergrund zum Materialkatalog

Der Materialkatalog ist die Referenztabelle der Arbeitsmappe. Dort ist für jedes Material hinterlegt, wie es grundsätzlich bewertet wird, welcher Recyclingstrom relevant ist und welche Hinweise zur Verbesserung bestehen. Wenn im Formular ein Material ausgewählt wird, greift das Formular auf diese hinterlegten Informationen zurück.

Fachliche Voreinstufung

Die Bewertung im Materialkatalog ist eine fachliche Voreinstufung. Sie hilft bei der Orientierung, ersetzt aber keine zertifizierte Prüfung. Eine finale Bewertung kann weitere Faktoren berücksichtigen, z. B. tatsächliche Sortierbarkeit, Verschmutzung, Farbe, Klebstoffe, Beschichtungen oder die Möglichkeit, Bestandteile vor dem Recycling zu trennen.

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PPWR-Leitfaden für Erzeuger
Praxisorientierte To-do-Liste — Schritt für Schritt zur PPWR-Konformität

Für Kunden, die unter der PPWR als Erzeuger auftreten und bisher wenig Erfahrung mit der Verpackungsverordnung haben. Dieser Leitfaden zeigt in sinnvoller Reihenfolge, was zuerst, was danach und was laufend zu erledigen ist.
Stand v2.46 · 30.06.2026

Inhaltsverzeichnis
1. Worum es geht
2. To-do-Liste
↳ Schritt 1 — Rolle
↳ Schritt 2 — Registrierung & EPR
↳ Schritt 3 — Inventur
↳ Schritt 4 — Lieferanten
↳ Schritt 5 — Bewertung
↳ Schritt 6 — Dokumentation
↳ Schritt 7 — Konformitätserklärung
↳ Schritt 8 — Kennzeichnung
↳ Schritt 9 — Änderungsmanagement
3. Adressen & Stellen
4. Verpackungskategorien
5. Welche Unterlagen je Verpackung
6. Zeitplanung
7. Inventarliste herunterladen
1. Worum es in diesem Leitfaden geht

Dieser Leitfaden ist für Kunden gedacht, die unter der PPWR als Erzeuger auftreten und bisher wenig Erfahrung mit der Verpackungsverordnung haben. Er zeigt in sinnvoller Reihenfolge, was zuerst, was danach und was laufend zu erledigen ist.

Wichtig

Die PPWR gilt als europäische Regelung zusätzlich zu nationalen Pflichten. In Deutschland bleibt insbesondere die Registrierung im Verpackungsregister LUCID bestehen, wenn Verpackungen nach dem Verpackungsgesetz betroffen sind. Die PPWR ist als Regulation (EU) 2025/40 veröffentlicht und ab dem 12.08.2026 anwendbar.
2. To-do-Liste für den Erzeuger — in der richtigen Reihenfolge

Klicken Sie auf den runden Haken, um einen Schritt als erledigt zu markieren — wird automatisch gespeichert. Ein Klick auf die Kachel springt zum Detail.
0 von 9 Schritten erledigt

    1 Rolle und Verantwortlichkeit klären
    2 Nationale Registrierung und EPR-Pflichten prüfen
    3 Verpackungsinventur anlegen
    4 Lieferantenunterlagen beschaffen
    5 Jede Verpackung technisch bewerten
    6 Technische Dokumentation je Verpackung anlegen
    7 EU-Konformitätserklärung vorbereiten
    8 Kennzeichnung und digitale Informationen vorbereiten
    9 Laufendes Änderungsmanagement einführen

Ihre eigenen Notizen & Bemerkungen
automatisch gespeichert

Halten Sie hier Ihre persönliche To-do-Liste, Telefonnotizen, Lieferantenkontakte oder offene Punkte fest. Sichtbar nur für Sie. Wird beim Tippen automatisch gespeichert.

4 / 20.000 Zeichen
Schritt 1
Rolle und Verantwortlichkeit klären

    Prüfen, ob Sie unter der PPWR als Erzeuger und / oder Hersteller auftreten.
    Festlegen, für welche Verpackungen oder verpackten Produkte Sie verantwortlich sind.
    Prüfen, in welchen Ländern Sie Verpackungen erstmals bereitstellen und wo EPR-Pflichten entstehen.
    Die Verantwortung intern schriftlich einer Person oder Abteilung zuordnen.

Die Europäische Kommission hat 2026 eine Auslegungshilfe veröffentlicht, die unter anderem die Abgrenzung zwischen Erzeuger, Hersteller und weiteren Marktrollen erläutert.
Auslegungshilfe öffnen (v1.00)
Zum PPWR-Rollencheck
Schritt 2
Nationale Registrierung und EPR-Pflichten prüfen

    Registrierung im LUCID-Verpackungsregister.
    Falls systembeteiligungspflichtige Verpackungen betroffen sind: Vertrag mit einem zugelassenen dualen System abschließen.
    Mengenmeldungen an LUCID und an das duale System deckungsgleich durchführen.
    Gegebenenfalls für andere EU-Länder frühzeitig prüfen, ob dort zusätzliche EPR-Registrierungen erforderlich sind; die konkreten harmonisierten EU-Registerformate werden noch weiter durch Durchführungs- und delegierte Rechtsakte konkretisiert.

Schritt 3
Verpackungsinventur anlegen

    Jede einzelne Verpackung oder Verpackungsvariante in einer Liste erfassen.
    Bereits jetzt eine feste interne Verpackungs-ID vergeben, damit alle Unterlagen später eindeutig zugeordnet werden können.
    Empfohlene Spalten der Verpackungsliste: Artikelnummer, Bezeichnung, Verpackungsart, Hauptmaterial, Nebenmaterialien, Gewicht, Lieferant, Einsatzbereich, Land des Inverkehrbringens, PPWR-Unterlagen vorhanden ja / nein.

Vorlage

Die fertige Excel-Vorlage zum direkten Befüllen — 60 vorbereitete Spalten, Dropdown-Felder, Status-Ampel und 73 Verpackungstypen. Den ausführlichen Aufbau finden Sie im Leitfaden zur Inventarliste.
Inventarliste herunterladen (v1.08)

Alternative: Verpackungs-Datenbank

Statt der Excel-Tabelle können Sie Ihre Verpackungen auch direkt in unserer Verpackungs-Datenbank anlegen und pflegen — und daraus jederzeit die oben genannte Excel-Tabelle exportieren.
Zur Verpackungs-Datenbank
Schritt 4
Lieferantenunterlagen beschaffen

    Für jede Verpackung Materialangabe und Gewichte anfordern.
    Angaben zu Schwermetallen und — falls relevant — PFAS anfordern.
    Technische Spezifikationen und möglichst Aussagen zur Recyclingfähigkeit einholen.
    Wichtig für 2028: Rezyklatanteile und vorhandene Konformitäts- oder Prüfunterlagen mit anfordern.

Vorlage

Schicken Sie das vorbereitete Lieferantenformular an Ihre Hersteller — es deckt alle wichtigen Pflicht-Angaben in einem einzigen Excel-Sheet ab.
Lieferantenformular herunterladen (v1.01)
Schritt 5
Jede Verpackung technisch bewerten

    Verpackung auf Verpackungsminimierung prüfen — also nicht größer, schwerer oder materialintensiver als notwendig.
    Stoffbeschränkungen prüfen, insbesondere Schwermetalle.
    Bei Lebensmittelkontaktverpackungen PFAS-Grenzwerte und Stoffeinsatz gesondert prüfen.
    Prüfen, wie gut die Verpackung gesammelt, sortiert und recycelt werden kann.
    Bereits jetzt problematische Materialkombinationen reduzieren.

Die PPWR verlangt unter anderem recyclinggerechtes Design, Minimierung, Stoffkonformität sowie technische Nachweise. Die genaue Methodik wird in Teilen noch durch ergänzende EU-Rechtsakte konkretisiert.

Vorlage

Bewertungsvorlage Recyclingfähigkeit + Materialkatalog

Excel-Arbeitsmappe zur Bewertung der Recyclingfähigkeit Ihrer Verpackung — mit hinterlegtem Materialkatalog. Tragen Sie Material und Gewicht je Bestandteil ein, die Mappe berechnet Anteile, Ampelbewertung und Recyclingklasse automatisch.
Vorlage herunterladen (v1.01)
Schritt 6
Technische Dokumentation je Verpackung anlegen

    Für jede Verpackung eine eigene Akte oder einen digitalen Ordner anlegen.
    Darin Zeichnung oder Foto, Materialliste, Gewichte, Lieferantennachweise, Prüfberichte und Bewertungsunterlagen ablegen.
    Änderungen an Material, Gewicht, Lieferant oder Kennzeichnung nachvollziehbar dokumentieren.
    Möglichst einheitliche Dateinamen und eine feste Dokumentenstruktur verwenden.

Vorlage

Beispiel einer technischen Dokumentation für eine Standard-Versandverpackung (Karton FEFCO 0201). Übernehmen Sie die Struktur als Blaupause für jede eigene Verpackung — Zeichnung, Materialliste, Gewichte und Lieferantennachweise bekommen jeweils ihren festen Platz.
Muster Technische Dokumentation herunterladen (v1.05)

Vorlage

Die technische Dokumentation beweist, dass Ihre Verpackung die gesetzlichen Anforderungen einhält. Die Risikobewertung ist das Werkzeug, mit dem Sie überhaupt erst ermitteln, welche Gefahren oder Verstöße bei Ihrer spezifischen Verpackung auftreten könnten — und wie Sie diese verhindern.
Muster Risikobewertung herunterladen (v1.00)
Schritt 7
EU-Konformitätserklärung vorbereiten

    Für jede betroffene Verpackung eine EU-Konformitätserklärung auf Basis der technischen Unterlagen erstellen.
    Verpackungsidentifikation, Herstellerdaten, Materialbeschreibung, Rechtsbezug und Datum aufnehmen.
    Eventuell durch QS eine interne Freigabe durch Qualität, Einkauf oder Regulatory vorsehen.

Die Verordnung sieht die EU-Konformitätserklärung als zentrales Nachweisdokument vor. Die Anwendung der PPWR beginnt am 12.08.2026; einzelne Detailanforderungen hängen zusätzlich von weiteren Rechtsakten ab.

Vorlage

Muster der EU-Konformitätserklärung als Word-Dokument zum Befüllen. Übernehmen Sie die Verpackungs-ID, Herstellerdaten und Materialangaben aus Ihrer Inventarliste und passen Sie den Rechtsbezug an.
Muster-Konformitätserklärung herunterladen (v1.01)
Schritt 8
Kennzeichnung und digitale Informationen vorbereiten

    Prüfen, welche Kennzeichnungspflichten für die jeweilige Verpackung gelten.
    Platz für spätere harmonisierte Sortier- oder Digitalinformationen vorsehen.

Schritt 9
Laufendes Änderungsmanagement einführen

    Bei Änderungen von Material, Lieferant, Beschichtung, Etikett, Klebstoff oder Gewicht die Unterlagen aktualisieren.
    Prüfen, ob die Konformitätsbewertung und die Erklärung angepasst werden müssen.
    Vor jeder Neueinführung eine kurze PPWR-Freigabeprüfung durchführen.

Abschnitt 3
Die wichtigsten Adressen und Stellen für Registrierungen und Informationen

    Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) — allgemeine Informationen zum Verpackungsgesetz in Deutschland.
    verpackungsregister.org
    LUCID Verpackungsregister — Registrierung vor dem Inverkehrbringen, soweit nach deutschem Recht erforderlich.
    lucid.verpackungsregister.org
    Übersicht Systembetreiber / duale Systeme — Auswahl eines zugelassenen Systems für die Systembeteiligung.
    EUR-Lex — Regulation (EU) 2025/40 — offizieller Gesetzestext der PPWR.
    verpackungsgesetz.com/gesetzestexte/ppwr
    Europäische Kommission — PPWR Guidance 2026 — aktuelle Auslegungshilfe und Hinweise zur Umsetzung.
    PDF herunterladen (v1.00)

Abschnitt 4
Verpackungskategorien — vereinfacht für die Praxis

Für die spätere Recyclingbewertung ist wichtig, in welche Material- bzw. Verpackungskategorie eine Verpackung fällt. Die endgültigen Bewertungsparameter der PPWR werden noch weiter konkretisiert. Für die Praxis empfiehlt sich folgende Arbeitsstruktur:

Praxisregel

Je einfacher und materialreiner die Verpackung ist, desto leichter wird die spätere Bewertung. Kritisch sind meist feste Verbunde, schwer trennbare Komponenten, problematische Beschichtungen und nicht recyclinggerechte Zusatzmaterialien.

Hier gilt: Je einfacher die Verpackung, desto günstiger die Entsorgungskosten in der Systembeteiligung!
Abschnitt 5
Welche Unterlagen der Erzeuger je Verpackung haben sollte

    Artikel- oder Verpackungs-ID
    Foto oder Zeichnung
    Materialaufstellung mit Gewichten
    Lieferantendaten und technische Spezifikationen
    Erklärungen zu Schwermetallen und gegebenenfalls PFAS
    Angaben zur Recyclingfähigkeit bzw. Design-for-Recycling
    Nachweis zur Verpackungsminimierung
    Interne Bewertung und Freigabe
    EU-Konformitätserklärung

Abschnitt 6
Empfohlene Zeitplanung

    Sofort: Rolle klären, Verpackungsliste anlegen, LUCID-/EPR-Pflichten prüfen.
    Kurzfristig: Lieferantenunterlagen einholen und kritische Verpackungen identifizieren.
    Lieferantenformular v1.01
    Vor dem 12.08.2026: technische Dokumentation und interne Bewertungsstruktur aufbauen.
    Ab Anwendung der PPWR: Konformitätserklärungen, Kennzeichnung und laufende Pflege sicherstellen.
    Laufend: Änderungen nachpflegen, neue Verpackungen vor Einführung prüfen.

Hinweis

Einige Detailanforderungen — insbesondere zu harmonisierten Registrierungs- und Meldeformaten, Kennzeichnung und detaillierten Recyclingkriterien — werden auf EU-Ebene noch weiter konkretisiert. Deshalb sollten Sie diesen Leitfaden regelmäßig überprüfen und aktualisieren.
Abschnitt 7
Inventarliste herunterladen

Hier finden Sie die vorbereitete Excel-Inventarliste, mit der Sie alle relevanten PPWR-Daten Ihrer Verpackungen erfassen können. Bevor Sie die Liste befüllen, lesen Sie bitte einmal die Spaltenbeschreibung — sie spart Ihnen später viel Korrekturarbeit.

Excel-Vorlage · v1.08
Inventarliste-PPWR

Vorbereitete Excel-Vorlage mit 60+ Spalten, Dropdown-Feldern und Status-Ampel — der zentrale Arbeitsbogen fuer die Verpackungsinventur.
Download starten

Hinweis zur Vorlage

Die Inventarliste ist als Arbeitsvorlage gedacht und wird redaktionell weiter gepflegt. Ihre aktuelle Version (v1.08) wird im Dateinamen mitgeführt — so bleibt nachvollziehbar, auf welcher Fassung Sie aufgesetzt haben. Bei späteren Updates können Sie gezielt nur die geänderten Spalten übernehmen.
Keine Rechtsberatung

Dieser Leitfaden ist eine praxisnahe Orientierungshilfe — keine Rechtsberatung im Einzelfall. Für eine verbindliche Auskunft wenden Sie sich bitte an die für Sie zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK).

Ihre zuständige IHK

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Mehrere Treffer für PLZ 76275 — bitte die passende auswählen.
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Region: Karlsruhe

    Lammstraße 13-17, 76133 Karlsruhe
    0721 174-0
    info@karlsruhe.ihk.de

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PPWR-Leitfaden Version 2.46 · Stand 30.06.2026 · Praxisorientierung ohne Gewähr — keine Rechtsberatung.
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Das grundlegende Problem: Wer bewertet eigentlich die Recyclingfähigkeit?

Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Sie kaufen eine bedruckte Faltschachtel mit UV-Lack und Goldprägung, die eine Handcreme umhüllt. Ist diese Schachtel sammelbar, sortierbar und recyclingfähig im Sinne der PPWR? Die ehrliche Antwort lautet: Das können Sie als Erzeuger in den meisten Fällen nicht selbst abschließend beurteilen.

Die PPWR geht davon aus, dass die erforderlichen Nachweise entlang der Lieferkette weitergegeben werden. Bei einem europäischen Lieferanten ist das zumindest theoretisch handhabbar — Sie fordern ein technisches Datenblatt mit Recyclingfähigkeitsbewertung an, und der Hersteller liefert diese Angaben. Spezialisierte Prüforganisationen wie Interzero, cyclos-HTP, RecycleMe oder die Papiertechnische Stiftung (PTS) erstellen heute bereits entsprechende Gutachten.

Deutlich schwieriger wird es bei Importware aus China, Indien, der Türkei oder den USA. Dort kennt der Produzent möglicherweise weder die PPWR noch europäische Recyclingklassen noch das Konzept des Design for Recycling. Als Importeur tragen Sie in diesem Fall die volle Verantwortung — Sie dürfen sich nicht auf fehlende Kenntnisse des Lieferanten berufen.

Was die Excel-Bewertungsvorlage leistet — und was nicht

Unsere Excel-Arbeitsmappe zur Bewertung der Recyclingfähigkeit ist als fachliche Voreinstufung konzipiert. Sie ersetzt kein zertifiziertes Gutachten, gibt Ihnen aber ein strukturiertes Werkzeug an die Hand, um den Bewertungsprozess systematisch anzugehen und die Grundlagen Ihrer technischen Dokumentation zu legen.

Das Grundprinzip ist einfach: Sie beschreiben eine Verpackung mit ihren einzelnen Bestandteilen — Karton, Klebeband, Füllmaterial, Etikett und so weiter. Zu jedem Bestandteil tragen Sie das Material und das Gewicht ein. Der Rest läuft automatisch.

Die Mappe berechnet daraus:

  • Materialgruppe und Recyclingstrom je Bestandteil
  • Prozentualen Gewichtsanteil je Bestandteil an der Gesamtverpackung
  • Ampelbewertung (grün, gelb, orange, rot, schwarz) aus dem hinterlegten Materialkatalog
  • Gesamten Wertstoffinhalt der grün bewerteten Materialien
  • Automatische Einordnung in eine Recyclingklasse
A pile of crushed beverage cans, highlighting recycling and environmental awareness.
📷 zeng jinwen – Foto: Pexels

Die Recyclingklassen im Überblick

Die Klasseneinteilung der Vorlage orientiert sich an dem grün bewerteten Wertstoffanteil einer Verpackung. Je höher dieser Anteil, desto besser die Klasse:

Klasse Grün bewerteter Wertstoffanteil
A mindestens 95 %
B 80 % bis unter 95 %
C 70 % bis unter 80 %
D unter 70 %

Nur grün bewertete Bestandteile fließen in den Wertstoffinhalt ein. Bestandteile mit gelber, orangefarbener, roter oder schwarzer Bewertung werden nicht dazugezählt — weil sie im Recycling schwieriger oder unsicherer sind. Ein einzelner kritischer Bestandteil kann die gesamte Klasse deutlich verschlechtern, selbst wenn der Rest der Verpackung vorbildlich gestaltet ist.

Welche Felder Sie ausfüllen — und was automatisch berechnet wird

Das Arbeitsblatt gliedert sich in drei Bereiche: Kundendaten, Stammdaten zur Verpackung und die Materialzusammensetzung. Nur der letzte Bereich ist für die eigentliche Bewertung entscheidend.

Mindestens auszufüllen sind je Bestandteil:

  • Artikelbeschreibung (z. B. „Umkarton", „Papierklebeband", „Etikett")
  • Material (Auswahl aus der hinterlegten Dropdown-Liste)
  • Gewicht in Gramm

Sinnvoll sind zusätzlich die Angaben zur Trennbarkeit (ja / nein / werkzeugerforderlich / nur industriell / unbekannt), zum Monomaterial-Charakter und zum Verbund. Diese Felder fließen zwar nicht in die automatische Klassenberechnung ein, sind aber für eine spätere fachliche Einschätzung und Ihre technische Dokumentation wichtig.

Automatische Felder — Materialgruppe, Recyclingstrom, Recyclinghinweise, Anteil, Ampelfarbe, Wertstoffinhalt und Klasse — sollten Sie nicht manuell überschreiben. Sie greifen direkt auf den hinterlegten Materialkatalog zu.

Der Materialkatalog als Herzstück der Vorlage

Der Materialkatalog ist die Referenztabelle, auf die das gesamte Formular zugreift. Für jedes hinterlegte Material ist gespeichert: Materialgruppe, Recyclingstrom, Ampelbewertung und Recyclinghinweise. Wenn Sie im Eingabebereich ein Material auswählen, übernimmt das Formular diese Informationen vollautomatisch.

Die Bewertung im Katalog ist eine fachliche Voreinstufung — sie berücksichtigt typische Eigenschaften des Materials, kann aber keine individuelle Prüfung ersetzen. Faktoren wie tatsächliche Verschmutzung, Farbe, eingesetzte Klebstoffe, spezifische Beschichtungen oder die Möglichkeit zur Vortrennung einzelner Bestandteile können das Ergebnis im Einzelfall noch beeinflussen.

Als Orientierung und als Grundlage für die Kommunikation mit Ihrem Lieferanten oder einer externen Prüfstelle ist das Werkzeug jedoch gut geeignet. Wer einen kompakten Überblick zur gesamten PPWR-Verordnung sucht, findet mit dem Buch PPWR kompakt: Klarheit statt Paragrafen einen strukturierten Einstieg in Pflichten, Fristen und den 9-Schritte-Plan zur Konformitätserklärung.

Crop unrecognizable person selecting document in opened briefcase for documents placed on wooden table
📷 Anete Lusina – Foto: Pexels

Die Bewertungsvorlage im Kontext des PPWR-Leitfadens

Die Excel-Vorlage ist Bestandteil von Schritt 5 unseres neunstufigen PPWR-Leitfadens für Erzeuger — „Jede Verpackung technisch bewerten". Sie steht damit zwischen der Lieferantenanfrage (Schritt 4) und der Anlage der technischen Dokumentation (Schritt 6).

Das ist kein Zufall: Erst wenn Sie wissen, welche Materialien in Ihrer Verpackung stecken und wie diese bewertet werden, können Sie sinnvoll entscheiden, ob eine externe Recyclingfähigkeitsbewertung erforderlich ist — oder ob die Unterlagen Ihres Lieferanten ausreichen. Für Standardverpackungen wie Wellpappkartons oder Papierbeutel werden europäische Hersteller künftig wahrscheinlich fertige PPWR-Datenblätter liefern. Für Importware, komplexe Verbundverpackungen oder Luxusverpackungen mit Veredelungen ist das deutlich seltener der Fall.

Wichtig: Die Registrierung bei einem dualen System — Lizenzero, Grüner Punkt, Landbell und andere — liefert Ihnen keine automatische PPWR-Konformitätsaussage für einzelne Verpackungen. Die Systembetreiber lizenzieren, sammeln, sortieren und verwerten — aber eine individuelle Recyclingfähigkeitsbewertung je Verpackung ist nicht automatisch Bestandteil des Systembeteiligungsvertrags.

Die Bewertungsvorlage ist ein Baustein — nicht das gesamte Compliance-Paket

Die Excel-Vorlage zur Recyclingfähigkeitsbewertung inklusive Materialkatalog löst eine konkrete Aufgabe sehr gut. Sie ist aber nur ein Baustein innerhalb eines vollständigen Compliance-Prozesses. Für eine belastbare PPWR-Dokumentation brauchen Sie darüber hinaus unter anderem ein strukturiertes Lieferantenanfrageformular, eine Verpackungsinventur, technische Datenblätter, eine Risikobewertung, eine Konformitätserklärung, eine Verpackungsdatenbank sowie — ab dem 12.08.2026 — eine Lösung für die PPWR-konforme Kennzeichnung mit dynamischen QR-Codes.

All das ist Teil unseres vollständigen Compliance-Pakets auf PPWR-QRCode.de. 💡 Ob Sie mit dem kostenlosen Free-Account starten oder direkt mit dem Starter-Tarif ab 240 € netto pro Jahr einsteigen — der Aufbau Ihrer PPWR-Dokumentation lässt sich damit Schritt für Schritt strukturieren.

Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag ist eine praxisnahe Orientierungshilfe, keine Rechtsberatung im Einzelfall. Für eine verbindliche Auskunft zu Ihren konkreten Pflichten wenden Sie sich bitte an die für Sie zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK). Die passende IHK finden Sie direkt über unseren integrierten PLZ-Rechner im PPWR-Leitfaden auf unserer Website.

Weiterführend empfehlen sich auf unserer Website: der vollständige PPWR-Leitfaden für Erzeuger mit allen 9 Schritten, die Inventarlisten-Vorlage sowie der Leitfaden zur Konformitätserklärung.

Das grundlegende Problem: Wer bewertet eigentlich die Recyclingfähigkeit? Was die Excel-Bewertungsvorlage leistet — und was nicht Die Recyclingklassen im Überblick Welche Felder Sie ausfüllen — und was automatisch berechnet wird Der Materialkatalog als Herzstück der Vorlage Die Bewertungsvorlage im Kontext des PPWR-Leitfadens

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