Glossar
PPWR- & Verpackungs-Glossar
Die wichtigsten Begriffe rund um die EU-Verpackungsverordnung, Kennzeichnung und Recycling — kurz und verständlich erklärt.
- Digitaler Produktpass— DPP
- Digitale, über einen Datenträger (z. B. QR-Code) abrufbare Produktinformation. Für Verpackungen werden Pflichtangaben zunehmend digital statt aufgedruckt bereitgestellt — genau dafür ist ein dynamischer QR-Code geeignet.
- EPR— Erweiterte Herstellerverantwortung
- Grundprinzip, nach dem Hersteller für die gesamte Lebensdauer ihrer Verpackung verantwortlich sind — inklusive Sammlung, Sortierung und Verwertung. Wird über Systembeteiligungsentgelte finanziert.
- GS1 Digital Link
- Standardisiertes URL-Format der GS1, das eine GTIN (Artikelnummer) und weitere Datenfelder wie Charge oder Serie in einen einzigen QR-Code packt. Ermöglicht denselben Code für Kasse, Logistik und Verbraucherinformation (Sunrise 2027).
- GTIN— Global Trade Item Number
- Die weltweit eindeutige Artikelnummer (ehemals EAN). Sie ist der Kern eines GS1 Digital Links und identifiziert das Produkt am Point of Sale.
- Inverkehrbringen
- Die erstmalige Bereitstellung einer Verpackung auf dem Unionsmarkt. Mit dem Inverkehrbringen ab dem 12.08.2026 müssen die PPWR-Pflichtangaben erfüllt sein.
- Inverkehrbringer
- Wer eine Verpackung oder verpackte Ware erstmals im EU-Markt bereitstellt — Hersteller, Importeure und Online-Händler. Die PPWR-Pflichten treffen primär den Erstinverkehrbringer.
- Konformitätserklärung
- Dokument, mit dem der Inverkehrbringer erklärt, dass seine Verpackung die geltenden Anforderungen erfüllt. Muster zum Anpassen finden Sie im Download-Bereich des PPWR-Wissens.
- LUCID
- Das öffentliche Verpackungsregister der Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister. Jeder Erstinverkehrbringer von Verpackungen muss sich dort vor dem Inverkehrbringen kostenlos registrieren.
- Materialcode
- Harmonisiertes Code-Schema zur Material-Kennzeichnung (z. B. PAP 20 für Wellpappe, GL 70 für Klarglas, PP 5 für Polypropylen, ALU 41 für Aluminium). Basis ist derzeit die Entscheidung 97/129/EG, die bis zum neuen Durchführungsrechtsakt weitergilt.
- Mono-Material
- Verpackung aus einem einzigen, sortenreinen Werkstoff. Gilt als gut recyclingfähig, weil sie ohne Trennung verschiedener Materialien verwertet werden kann — ein zentrales Designziel der PPWR.
- PPWR— Packaging and Packaging Waste Regulation
- Die EU-Verpackungsverordnung (EU) 2025/40. Sie löst die bisherige Verpackungsrichtlinie ab, gilt unmittelbar in allen Mitgliedstaaten und ist ab dem 12. August 2026 anzuwenden. Sie regelt u. a. Kennzeichnung, Recyclingfähigkeit und Rezyklatanteile von Verpackungen.
- Recyclingfähigkeit
- Maß dafür, wie gut eine Verpackung im realen Sammel- und Sortiersystem wiederverwertet werden kann. Die PPWR koppelt Pflichten und teils die Systembeteiligungsentgelte an die Recyclingfähigkeit (Design for Recycling).
- Rezyklatanteil
- Der Anteil an wiederverwertetem Sekundärrohstoff in einer Verpackung. Bei Kunststoffverpackungen verlangt die PPWR die Angabe der enthaltenen Rezyklatquote und schreibt schrittweise Mindestquoten vor.
- Sammelfraktion
- Die Tonne bzw. der Sammelstrom, in den eine Verpackung gehört (z. B. Papiertonne, Gelber Sack, Altglas, Pfand). Die PPWR verlangt eine für Endverbraucher verständliche Sortier-Anweisung.
- Systembeteiligung
- Die kostenpflichtige Beteiligung an einem dualen System, über die Hersteller die Sammlung und Verwertung ihrer Verkaufsverpackungen finanzieren. Voraussetzung für das Inverkehrbringen in Deutschland.
- VerpackG— Verpackungsgesetz
- Das deutsche Verpackungsgesetz. Regelt die Systembeteiligung (Lizenzierung) und die LUCID-Registrierung. Bleibt neben der PPWR bestehen — die PPWR ergänzt es EU-weit um Kennzeichnungs- und Design-Pflichten.
- Verpackungsarten
- Die PPWR unterscheidet u. a. Verkaufs-, Um- und Transportverpackungen sowie Versandverpackungen. Pflichten und Kennzeichnung können sich je nach Art unterscheiden.
- ZSVR— Zentrale Stelle Verpackungsregister
- Die Stiftung, die das LUCID-Register betreibt und die Einhaltung der Registrierungs- und Lizenzierungspflichten in Deutschland überwacht.
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